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Arbeitsmarkt

Arbeitsmarkt

Erwerbstätigkeit und -neigung
Der wirtschaftliche Transformationsprozess seit der Wende hatte auch für den sächsischen Arbeitsmarkt grundlegende Auswirkungen. Zwischen 1991 und 2003 nahm in Sachsen die Zahl der Erwerbstätigen um 320.000 Personen oder 15 % ab. Seit 2006 ist nun wieder ein Anstieg der Erwerbstätigenzahl festzustellen. Im Jahresdurchschnitt 2007 waren in Sachsen rund 1,95 Mio. Personen erwerbstätig. Damit stieg die Zahl der Erwerbstätigen um rund 1,8 % gegenüber dem Vorjahr. Zugleich wurde im Jahr 2007 der höchste Stand an Erwerbstätigen in Sachsen seit dem Jahr 2000 erreicht. Der Anstieg der Zahl der Erwerbstätigen erfasste alle sächsischen Wirtschaftsbereiche und resultierte aus der Zunahme der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Die größten Arbeitsplatzgewinne verzeichneten die Bereiche Finanzierung, Vermietung und Unternehmensdienstleister (+ 4,5 %), produzierendes Gewerbe (+ 3,2 %) und erstmals seit 1995 wieder das Baugewerbe (+ 2,2 %).

Bemerkenswert ist auch die hohe Erwerbsneigung der Sachsen, die über dem Niveau des früheren Bundesgebietes liegt. Im Jahr 2006 erreichte die sächsische Erwerbsquote (Anteil der Erwerbspersonen je 100 der Bevölkerung der jeweiligen Altersgruppe) 52,6 %. Bei Männern lag sie bei 57,7 bei Frauen bei 47,9 %. Mit einer Erwerbsquote von 89,5 % liegen die sächsischen Frauen zwischen 25 und 55 Jahren deutlich über den Vergleichswerten ihrer westdeutschen Geschlechtsgenossinnen.

Erwerbsformen
Seit Beginn der 90er Jahre ist eine kontinuierliche Zunahme der Anzahl der Selbständigen zu verzeichnen. 2003 waren 10,3 % aller Erwerbstätigen selbständig, 2006 waren es bereits 12 %. Damit hat der Freistaat die höchste Selbständigenquote unter den neuen Flächenländern (Deutschland 12,1 %, Neue Bundesländer mit Berlin 12,1 %). Dennoch liegt der Anteil der Selbständigen in Sachsen noch unter dem Durchschnitt in den alten Ländern.

Arbeitslosigkeit
Nach einem vorläufigen Höhepunkt von 20 % im Jahr 2005 ist die sächsische Arbeitslosenquote rückläufig. 2006 betrug sie 18,9 %, im Jahr 2007 waren im Jahresdurchschnitt 14,7 % aller zivilen Erwerbspersonen in Sachsen arbeitslos (Neue Bundesländer und Berlin 15,1 %, Deutschland 9 %). Im April 2008 waren in Sachsen nach vorläufigen Angaben 298 592 Arbeitslose registriert, weniger als im Vormonat und im Vorjahresmonat (‑3,6 bzw. ‑13,0 Prozent). Die Arbeitslosenquote (Basis: abhängige zivile Erwerbspersonen) betrug 15,2 Prozent. Während die Jugendarbeitslosigkeit zurückgegangen ist, hat sich die Zahl der arbeitslosen älteren Erwerbspersonen erhöht.

Trotz der hohen Arbeitslosigkeit und der Unterbeschäftigung liegt die Ausstattung des Freistaates Sachsen mit Arbeitsplätzen nicht nur höher als in allen anderen ostdeutschen Flächenländern, sondern auch günstiger als in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz. Gemessen am Indikator der Arbeitsplatzdichte belegt der Freistaat Sachsen im Jahr 2007 mit 459 Personen den sechsten Platz unter den 13 Flächenländern der Bundesrepublik und hat gleichzeitig die höchste Quote unter den neuen Ländern.

Qualifikation
Sachsen verfügt über ein großes Potenzial an fachlich gut ausgebildeten Arbeitskräften. Die Qualifikationsstruktur der Bevölkerung stellt einen wichtigen Standortvorteil für den Freistaat dar. Der Anteil gering Qualifizierter liegt hier im europäischen Vergleich extrem niedrig, der Anteil hoch Qualifizierter dagegen deutlich über dem EU-Durchschnitt. Alleine sieben Universitäten bzw. universitäre Einrichtungen sind in Sachsen ansässig. 2007 kamen rund 38 % der Patentanmeldungen der neuen Flächenländer aus Sachsen. Rund 45 % des Personals in Forschung und Entwicklung der neuen Flächenländer war 2006 in Sachsen tätig.

Einkommen
Im Zuge des wirtschaftlichen Transformationsprozesses sind die Einkommen der privaten Haushalte deutlich angestiegen. Beim Lohn- und Gehaltsniveau der Arbeitnehmer hat sich Sachsen dem Bundesdurchschnitt jedoch noch nicht so weit angenähert. Im Oktober 2006 betrug in Deutschland der durchschnittliche Bruttomonatsverdienst der vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmer 3.096 €. Im Freistaat lag der Monatsverdienst mit 2.270 € um 26,7 % (826 €) unter diesem Durchschnittswert. Der Verdienst der sächsischen Arbeitnehmer war um 2 % (46 €) niedriger als im Durchschnitt der neuen Länder. 923 € trennen den sächsischen Arbeitnehmer vom Verdienstniveau seines Kollegen im alten Bundesgebiet. Damit entsprach das Verdienstniveau in Sachsen 2006 71,1 % des früheren Bundesgebietes. Je nach Wirtschaftsbereich fällt die Annäherung des Gehaltsniveaus an den nationalen Durchschnitt sehr unterschiedlich aus. Während im öffentlichen Dienst die Bruttolöhne bereits annähernd Westniveau erreicht haben, liegt das Lohnniveau im verarbeitenden Gewerbe noch weit unter dem Niveau des früheren Bundesgebietes.