Zeittafel: Sachsen in der Frühen Neuzeit

Zeittafel: Sachsen 1485 bis 1763

1485

In Leipzig vereinbaren die Brüder Kurfürst Ernst und Herzog Albrecht die Teilung der Herrschaft: Albrecht hat seinen Schwerpunkt im östlichen, Ernst im westlichen Teil der Wettiner Lande. Es entstehen die zwei Familienzweige der Ernestiner und Albertiner

 

1517

31.10. Martin Luther, Augustinermönch und Gelehrter an der Universität Wittenberg, veröffentlicht seine kritischen Thesen unter anderem zum Ablasshandel

 

1519

27.06.-15.07. Leipziger Disputation zwischen Martin Luther und Johann Eck; Herzog Georg dem Bärtigen gehen die Positionen Luthers zu weit; Kurfürst Freidrich der Weise bleibt bei seiner Unterstützung des Reformators

 

1531

Gründung des Schmalkaldischen Bundes (protestantischer Reichsstände)

 

1539

Nach dem Tod des katholischen Herzogs Georg des Bärtigen führt sein Bruder Heinrich der Fromme die lutherische Reformation im albertinischen Sachsen ein

 

1547

24.04. Schlacht bei Mühlberg/Elbe beendet den Schmalkaldischen Krieg; der Ernestiner Johann Friedrich muss die Kurwürde und Teile seines Herrschaftsgebietes an seinen Vetter Moritz von Sachsen (Albertiner) abtreten; Kurfürst Moritz residiert in Dresden, Herzog Johann Friedrich in Weimar

September „Pönfall“ der Sechsstädte; wegen mangelnder militärischer Unterstützung des Kaisers im Schmalkaldischen Krieg verliert der Oberlausitzer Sechsstädtebund seine Privilegien

 

1555

25.09. Im Augsburger Religionsfrieden werden die Gleichberechtigung der lutherischen mit der katholischen Konfession und das Prinzip „cuius regio, eius religio“ festgeschrieben, wonach die Konfession des Landesherrn auch für sein Herrschaftsgebiet bindend ist

 

1609

Der bis 1614 andauernde Erbfolgestreit um Jülich-Kleve-Berg führt zur dauerhaften Konfrontation zwischen Kursachsen und Kurbrandenburg

 

1618

Beginn des 30-jährigen Krieges

 

1620

Kurfürst Johann Georg I. unterstützt die kaiserlich-habsburgische Politik durch Besetzung der beiden Lausitzen (böhmische Lehen) und erhält diese als Entschädigung zum Pfand

 

1635

30.05. Im Frieden von Prag werden die beiden Lausitzen Kursachsen zugesprochen, die konfessionellen Verhältnisse und politischen Sonderrechte bleiben bestehen

 

1648

Der Westfälische Friede von Münster und Osnabrück beendet den 30-jährigen Krieg; die Abtretung Magdeburgs durch Sachsen an Brandenburg wird festgelegt und 1680 vollzogen

 

1683

Am siegreichen Kampf gegen die Türken vor Wien ist Kurfürst Johann Georg III. mit einem großen sächsischen Heer beteiligt

 

1694

August der Starke wird als Friedrich August I. Kurfürst von Sachsen

 

1697

Friedrich August I. tritt zum katholischen Glauben über und wird als August II. König von Polen; Stände und Bevölkerung Sachsens bleiben lutherisch

 

1700

Durch die glücklose Teilnahme am Nordischen Krieg gegen Schweden verliert August der Starke zeitweilig die polnische Krone (1706-1716); der Nordische Krieg endet erst 1721

 

1709

Johann Friedrich Böttger meldet August dem Starken die - gemeinsam mit Ehrenfried Walther von Tschirnhaus entwickelte - Produktion des europäischen Porzellans

 

1711

Gottfried Silbermann (1683-1753) baut in Frauenstein/Erzgebirge die erste seiner insgesamt 50 Orgeln.

 

1723

Johann Sebastian Bach (1685-1750) nimmt in Leipzig seine Tätigkeit als Kantor an der Thomaskirche auf

 

1733

01.02. August der Starke stirbt in Warschau; er wird in der königlich-polnischen Grablege in Krakau beigesetzt

 

1734

Der Sohn August des Starken, Kurfürst Friedrich August II., wird als August III. König von Polen

 

1756

Beginn des Siebenjährigen Krieges zwischen Preußen und Österreich, der besonders das eigentlich neutrale, zumeist preußisch besetzte Sachsen verheert

 

1763

15.02. Auf Schloss Hubertusburg wird das Ende des Siebenjährigen Krieges durch einen Friedensschluss besiegelt, Brandenburg-Preußen wird im Kreis der Großmächte etabliert und Kursachsen in die zweite Reihe verwiesen